Microsoft stellt Windows 11 vor

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Microsoft stellt Windows 11 vor

Nach vielen Jahren Windows 10 hat Microsoft, für einige sicherlich etwas überraschend, ein neues Betriebssystem der Marke Windows mit der Nummer 11 vorgestellt. Im Netz wurde die Präsentation der neuen Windows Version sehr geteilt aufgenommen. Nicht wenige sprechen im Zusammenhang mit dem von Microsoft Gezeigten von „Ernüchterung“ oder gar „Enttäuschung“.

Neuer „alter“ Look

Die offensichtlichste Neuerung des neuen Windows ist die optische Überarbeitung der Benutzeroberfläche. Die Startleiste wurde vereinfacht und Menüs haben wieder runde statt eckiger Kanten. Das Startmenü ist komplett überarbeitet worden und wurde im Vergleich zu Windows 10 mächtig vereinfacht. Statt endlos vieler Kacheln und den meist ebenso vielen Startmenü-Einträgen finden wir hier nun einen Button zum Benutzerwechsel, einen Button zum Ausschalten des PCs, einen Bereich, in dem z.B. oft verwendete Dokumente angezeigt werden und darüber angepinnte Anwendungen, die quasi die Kachel-Mechanik ersetzen. Wie gewohnt ist im Startmenü auch eine Suchleiste vorhanden, mit der wir Programme und Systemeinstellungen oder seit Windows 8 nun auch Web-Suchbegriffe eingeben können.

Quelle: https://www.microsoft.com/de-de/windows/windows-11

Eine interessante Neuerung ist, dass die „altbekannten“ Widgets von Windows Vista und Windows7 wieder mit an Bord sein sollen. Jetzt in modernisierter Form. Vista ist das richtige Stichwort, denn die gesamte Optik lässt sich mit einem „modernen“ Windows Vista vergleichen. Die leicht glasigen, milchig-durchsichtigen Bedienelemente wirken wie eine konsequente Verbesserung des Vista Looks, welches seiner Zeit damals einfach zu weit voraus war. Die Anpassungen an der Benutzeroberfläche wirken außerdem wie ein klares Signal in Richtung Tablets und Mobilgeräte. Damit hat sich Windows 11 nun stark den linux-artigen Desktop-Umgebungen angenähert. Ähnlichkeiten zu Chrome OS und diversen schlanken Linux-Systemen sind definitiv vorhanden. Alles in allem macht der „aufgeräumte“ Desktop  mit dem schlanken Startmenü aber einen sehr guten Eindruck.

Alter Wein in neuen Schläuchen?

Als eines der Key-Features wird die Möglichkeit hervorgehoben, Microsoft Teams zu verwenden. Der Video-Telefonie-Dienst von Microsoft diente vielen schon in der Corona-Pandemie im Home-Office als tägliches Werkzeug, mit Kollegen und der Firma im Kontakt zu bleiben. Dieses wird in Windows 11 vorinstalliert sein und weiter in den Vordergrund gestellt. Wie eben schon erwähnt, wird Microsoft Teams bereits viel genutzt und kann auf Windows 10 z.B. über den Microsoft Store installiert werden. Ein wirklich neues Features ist es also nicht und ist auch kein USP für das neue Windows. Die Entscheidung, Teams vorzuinstallieren, ist bestenfalls konsequent.

Entfernt hat Microsoft dafür den geliebten und gehassten Cortana-Dienst, welcher nun nicht mehr vorinstalliert ist. Dieser muss dann über den Microsoft Store ggf. nachinstalliert werden. Die doch eher geringen Nutzerzahlen von Cortana haben Microsoft hier zum Umdenken gezwungen.

Kein neues DirectX

Wenn Optik und vorinstallierte Apps noch nicht zum Wechsel überreden konnten, dann doch wohl der Gaming-Bereich mit der gewohnt neuen und exklusiven DirectX Schnittstelle, oder? Während früher jedes neue Windows eine neue exklusive DirectX-Version mitbrachte, die die Gamer quasi zwang, auf das neuere Windows zu wechseln, um eben die neuen Spiele zu spielen, ist das bei Windows 11 wohl anders. Es erwartet uns hier also kein DirectX 13, sondern DirectX 12 Ultimate. Inwiefern dieses nun Gaming „auf eine neue Ebene hebt“ und welche Funktionen es bietet, „die mit der Realität konkurrieren„, wie Microsoft es auf der Produkt-Seite nennt, wird sich noch zeigen müssen. Dass die Gamer jetzt aber in Scharen zu Windows 11 wechseln, dürfte zweifelhaft sein.

Wenn wir schon bei der Technik sind, werfen wir doch gleich einen Blick auf die von Microsoft angegebenen Mindestanforderungen von Windows 11.

Prozessor: 1 Gigahertz (GHz) oder schneller mit 2 oder mehr Kernen auf einem kompatiblen 64-Bit-Prozessor oder SoC (System on a Chip)
RAM: 4 Gigabyte (GB)
Speicherplatz: 64 GB oder größeres Speichergerät

Hinweis: Weitere Informationen finden Sie weiter unten unter „Weitere Informationen zum Speicherplatz, um Windows 11 auf dem neuesten Stand zu halten“.

Systemfirmware: UEFI, aktiviert für sicheren Start
TPM: Trusted Platform Module (TPM) version 2.0
Grafikkarte: Kompatible mit DirectX 12 oder höher mit WDDM 2.0 Treiber
Display: Hochauflösendes Display (720p) mit einer Diagonale von mehr als 9 Zoll, 8 Bit pro Farbkanal
Internetverbindung und Microsoft-Konten: Für die Windows 11 Home Edition ist eine Internetverbindung und ein Microsoft-Kontoerforderlich, um die Geräteeinrichtung bei der ersten Verwendung abzuschließen.

Auch bei der Deaktivierung von Windows 11 Home im S Modus auf einem Gerät ist eine Internetverbindung erforderlich. Hier finden Sie weitere Informationen zum S Modus.

Für alle Windows 11-Editionen ist ein Internetzugang erforderlich, um Updates durchzuführen und einige Funktionen herunterzuladen und zu nutzen.

Lohnt jetzt der Wechsel?

Wenn Sie nicht gerade ein absoluter Microsoft-Fan sind oder eine zwanghafte Zuneigung zu neuen Betriebssystemen mit modernerer Benutzeroberfläche haben (seien die Änderungen auch noch so klein), dann lohnt sich für die meisten der Umstieg sicherlich (noch) nicht. Die meisten meiner Kunden zumindest werden durch Windows 11 nicht produktiver und müssten erst einmal einen aufwendigen Umstellungs-Prozess in Kauf nehmen. So wie es aktuell aussieht, verpasst man nicht viel. Aber das kann sich ja in einigen Jahren noch ändern. Sollte dies der Fall sein, erfahren Sie hier davon mehr.

Weiterführendes

Für alle, die noch mehr wissen wollen: Eine weitere Einschätzung zur Präsentation und eine Vermutung, warum Windows 11 nicht einfach ein Update für Windows 10 a la Windows 10.1 geworden ist, findet sich auf dem Youtube-Kanal von Sempervideo.

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